LAISSEZ DURER

LA NUIT

Uraufführung

Barockwerke, türkische und anatolische Volkslieder und elektronische Musik im Dialog

Mit Musik von Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Henry Purcell, Hildegard von Bingen, Pergolesi, Paul Hindemith, Eylül Nazlîer, Marie Delprat, Janiv Oron und anderen

Theater Orchester Biel Solothurn

Premiere 27. MÄRZ 2026

Team

Idee & Künstlerische Koordination Julia Deit-Ferrand
Musikalische Leitung Gabriella Teychenée
Regie Emily Hehl, Raphael René Jacobs
Bühne Raphael René Jacobs
Kostüme Esther-Helin Bienroth
Elektronische Musik + Komposition Marie Delprat, Janiv Oron
Licht Samuele D’Amico

Trailer

Kritiken

Eine Nacht voller Wehklagen

“Ob Diktatur oder Krieg: Frauen gehören vielfach zu den Leidtragenden. Sie müssen die Trennung und den Verlust von Vätern und Söhnen hinnehmen. Sie sind der Gewalt einer verrohten Gesellschaft ausgesetzt. Ihre Rechte werden beschnitten. Sie werden ins Exil gezwungen. Was das mit ihnen macht, davon erzählt die letzte Opernpremiere der laufenden Saison von Theater Orchester Biel Solothurn (Tobs). Im Schutz der nächtlichen Dunkelheit lassen die Betroffenen ihr Weg in Klagegesängen freien Lauf. Jede auf ihre Art. Denn jede hat ein anderes Schicksal zu beklagen.”

“Den roten Faden durch die Produktion […] bildet das Lamento, der Klagegesang. Er erfährt eine einzigartige Ausformung in den Gesängen der kurdischen Musikerin Eylül Nazlier. Der erzählende Charakter, die raschen Silbenwiederholungen der kurdischen Sprache, das in hiesigen Breitengraden unbekannte Tonsystem: Dies alles zieht unmittelbar in ihren Bann. Das Leiden, von dem Eylül Nazlier auf der Bühne erzählt, ist real.”

– Bieler Tagblatt | Annelise Alder

“«Laissez durer la nuit» erzähl die Geschichten von fünf Frauen, deren Fäden sich je länger, desto stärker miteinander verflechten. Die Frauen besingen in ihren Wehklagen ihre verlorene Liebe, singen von Leid und Trauer, es geht um Krieg, um verlorene Söhne, um zwangsverheiratete Töchter, es geht aber auch um Hoffnung und Trost im Glauben.”

“Was in diesen gut 90 Minuten musikalisch geschieht, ist mutig, unerwartet, überraschend, zeitweise herausfordernd, und in all dem am Ende: hervorragend.”

– Der Bund

Echoes of Baroque

Die Nacht bricht herein. Fünf Frauen lösen sich aus der Dunkelheit, verflechten die Erzählungen ihrer Leben, geprägt von Exil, Trauer, Leid, der Notwendigkeit des Erinnerns kommen zusammen mit dem Impuls des Auflehnens. Ein Strom von Klagen in der anhaltenden Präsenz einer einzigen Nacht. In einer kollektiven Geste der Schwesternschaft antworten diese Stimmen einander, stützen sich gegenseitig und verwandeln das geteilte Wort in einen Akt des Widerstands.

«Laissez durer la nuit» knüpft einen besonderen Dialog zwischen barocken Werken, traditionellen Gesängen aus Kurdistan und Anatolien sowie elektronischer Musik. Der Gesang bewegt sich zwischen barockem Affekt und der eindringlichen Ausdruckskraft überlieferter Gesangstraditionen. Das Orchester verbindet sich dabei mit elektronischen Schichten und wird in einzigartige Klangtexturen erweitert.

Die Stimmen von Julia Deit-Ferrand, Mezzosopran, Serenad Uyar und Iris Keller, Sopran, Eylül Nazlîer, Sängerin und Saz-Spielerin, und die elektronische Musik von Marie Delprat laden uns ein zu dieser musikalischen Wanderung durch die Nacht. Vibrieren, tanzen in der Ewigkeit der Nacht. Ein Zugehen auf den für immer anbrechenden Tag.

Fotos © Joel Schweizer

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LA CLEMENZA DI TITO