MACBETH
GIUSEPPE VERDI
Melodramma in 4 Akten
Libretto von Francesco Maria Piave mit Ergänzungen von Andrea Maffei nach William Shakespeares „The Tragedy of Macbeth“.
AALTO-THEATER ESSEN
Premiere 03. SEPTEMBER 2023
Eröffnungsproduktion der Spielzeit 23/24
Team
Musikalische Leitung Andrea Sanguineti
Regie Emily Hehl
Choreografie Teodora und Agata Castellucci (Dewey Dell)
Bühne Frank Philipp Schlößmann
Kostüme Emma Hoffmann + Frank Philipp Schlößmann
Licht Franck Evin
Chor Klaas-Jan de Groot
Dramaturgie Patricia Knebel
Besetzung
Macbeth Massimo Cavalletti
Banco Sebastian Pilgrim
Lady Macbeth Astrik Khanamiryan
Kammerfrau Marie-Helen Joël
Macduff Alejandro del Angel
Malcolm George Vîrban
Kooperation mit dem Aalto Ballett Essen
Opernchor und Extrachor des Aalto-Theaters
Essener Philharmoniker
Kritiken
Kaum Bühnenbild, aber aufregendes Bühnengeschehen
Eine – konventionell gesprochen – szenische Umsetzung des Shakespeare-Stoffs gibt es hier nicht. […] Denn es sind die Protagonisten, denen Emily Hehl abverlangt, die brutale Geschichte von Macbeth, seiner Frau und allen anderen zu erzählen respektive erst entstehen zu lassen. […] Und es ist der Opernchor, der immer wieder wechselnde Formationen bildet, gleich einer sich bewegenden Skulptur aus Menschen. Drei Tänzerinnen vom Aalto-Ballett agieren virtuos, werden eindeutig herausgehoben aus der Masse. Ästhetisch äußerst ansprechend! […] Eine übermenschliche Leistung, die das Essener Ensemble ganz großartig, ja bewundernswert bewältigt.
– NMZ | Christoph Schulte im Walde
This is the very painting of your fear
Hexen prophezeien Macbeth eine ruhmreiche Zukunft: Er werde König von Schottland. Lady Macbeth ist von der Aussicht auf Macht und Herrschaft wie elektrisiert. Sie drängt ihren Mann, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – auch, wenn dafür Blut vergossen werden muss. Die Geschichte des Ehepaars, dessen Beziehung nicht durch Liebe, sondern durch Machtbesessenheit angetrieben wird, endet fatal. Macbeth und seine Lady werden auf unterschiedliche Weise von der auf sich geladenen Schuld heimgesucht.
„Diese Tragödie ist eine der großartigsten menschlichen Schöpfungen!“, schrieb Giuseppe Verdi über Shakespeares „Macbeth“. Die Begeisterung des Komponisten schlug sich nieder in einem seiner wohl packendsten Werke. Verdis große Choroper zeichnet sich durch ihre expressive „italianità“ in der Musik aus, gleichzeitig gibt das Werk Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele.
Für Verdis facettenreiches Nachtstück hat die junge Regisseurin Emily Hehl einen performativen, sich über ausdrucksstarke Bilder erzählenden Zugriff gewählt, der nach dem Umgang mit Schuld und Tod fragt. Frank Philipp Schlößmann und Emma Hoffmann setzen bei ihrer Ausstattung auf Klarheit und Licht, denn nicht die Dunkelheit fürchten Macbeth und seine Lady am meisten, sondern das Erwachen und den Tag. Auch Tänzerinnen des Aalto Ballett Essen werden in dieser Inszenierung zu erleben sein, choreografiert von den jungen Künstlerinnen Agata und Teodora Castellucci. Am Pult der Essener Philharmoniker steht Andrea Sanguineti, der mit dieser Premiere in der Musiktheatersparte seinen Einstand als Generalmusikdirektor gibt.
Text von Patricia Knebel
Fotos © Alvise Predieri